Samstag, 7. Februar 2015

Heisse Wecken- Kindertage wie in Bullerbü


Es gibt kaum etwas das mir so viele Dinge in Erinnerung rufen kann wie der Duft und Geschmack von bestimmten Speisen und Getränken.
So muss ich zum Beispiel jedes Mal, wenn ich einen guten Minztee trinke, an meine liebste Freundin denken. Als Teenies haben uns nachmittags bei ihr getroffen und bei Tee und Keksen unsere Lieblingssendung gesehen. 
Sehr viele dieser Erinnerungen verbinde ich mit meinen Großeltern, die leider beide schon sehr lange verstorben sind.
Immer wenn meine Schwestern und ich bei meinen Großeltern waren fühlte ich mich wie in einer Geschichte aus Bullerbü.Das Haus,in dem wir Kinder zum Leidwesen unserer Eltern Narrenfreiheit besaßen, lag sehr ländlich. Umgeben von Koppeln und Wald, direkt neben einem Bauern, der uns mit dem Traktor mitnahm wenn es zu den Kühen auf die Koppel ging. Wir durften beim Versorgen der Kaninchen und Hühner helfen und wenn es an der Zeit war den Honig zu ernten liebte ich es die Waben vor dem Schleudern von ihren Wachsdeckeln zu befreien. Es war das Größte dann meinen Finger in den goldgelben zähen Honigstrahl zu tunken, der frisch geschleudert aus dem Ablasshahn floss.
Damals gab es dort einen fahrenden Händler der in seinem Wagen allerlei hatte was die Hausfrau gebrauchen konnte.(Zugegeben, mich hat als Kind nur die Eistruhe und das Backregal interessiert.) Es war ein Fest für uns wenn es dort Heisse Wecken gab. Wir durften sie zum warm machen auch schon mal auf den Stubenofen legen ( der keineswegs für Lebensmittel gedacht war ) und anschliessend warm und duftend zur Kaffeezeit vernaschen.


Ich erinnere mich gerne an diese Zeit. An meine Großeltern, die mit uns so viele Dinge gemacht haben die heute mehr und mehr in Vergessenheit geraten.
 Und nun bin ich es heute, die Heisse Wecken backt und sich für einen Moment wieder sehr gut daran erinnert wie es war auf einer Kälberkraut- Flöte zu spielen und wie merkwürdig das " Zupp- Gefühl" ist wenn man sich traut einen elektrischen Weidezaun anzufassen. Vor allem denke ich  daran wie glücklich wir waren, und wie gern ich die beiden hatte...

Dieses Rezept hat mein Vater vor Jahren von einem Kollegen bekommen- es ist wie viele alte Rezepte relativ groß, aber die guten Stücke lassen sich prima einfrieren und nach dem Auftauen eine Runde im Toaster aufwärmen.

Rezept

1 kg Mehl mit einer Priese Salz in eine große Schüssel geben. In der Mitte eine Mulde formen, 200g Zucker und 700 ml lauwareme Milch hineingeben. 1,5 Würfel Frischhefe in der Milch auflösen. Nach ca. 5 Minuten 250g zerlassene Butter und 250 g Sultaninen zugeben. Alles mit dem Knethaken des Mixers gut vermengen bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Eventuell müsst ihr noch etwas mehr Mehl unterkneten, der teig soll nicht zu klebrig sein. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort 40- 60 Minuten gehen lassen.
Den Ofen auf 200°C Ober/ Unterhitze vorheizen. Den Teig zu Kugeln formen ( in etwa so groß wie eine Clementine ) und plattdrücken.
Je nach Durchmesser sollten es ca 20- 30 Stück werden.
Auf mit Backpapier ausgelegte Bleche setzen. Ca. 100g Butter zerlassen und die Wecken damit bepinseln.
Jedes Blech einzeln ca 15 Minuten backen bis sie goldbraun sind.


In einigen Rezepten wird zum Teig noch Zitronat hinzugegeben. Wer mag schneidet eine Tasche hinein und füllt sie mit Vanillecreme- mir aber schmecken sie pur und lauwarm am besten.
Gibt es bei euch auch Rezepte die in euch die Erinnerung an liebe Menschen besonders wachhalten?
Liebste Grüße

 Femi




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